Aus Tiefstem Herzen - Gauthier Saillard

Aus Tiefstem Herzen

Die Menschheit ist dabei, sich selbst und die Erde zu zerstören. Wir sind so entfremdet von der Natur, dem Leben, den Wundern dieser Schöpfung, den Auswirkungen unseres Handelns und schließlich von uns selbst. Wir bauen unsere Kulturen auf Angst, Habgier, Egoismus und Gewalt, um uns scheinheilig zu wundern, weshalb genau diese Eigenschaften dominieren. Doch es gibt auch Hoffnung: immer mehr Menschen realisieren, dass es so nicht weiter gehen kann und noch viel mehr, nämlich, dass ein anderes Leben möglich ist. Sie verlassen mutig den in Höllentempo auf den Abgrund zurasenden Todeszug und realisieren eine neue Lebensart. Der Weg dahin ist möglich, das Wissen, wie ein Leben im Einklang mit der Schöpfung funktionieren kann ist längst da, so viele Ideen, die nur auf ihre Umsetzung warten. Gauthier Saillard / WWF Was es braucht, ist die Mitwirkung von jedem einzelnen, die Absicht und den tiefen Willen, diesen Weg zu gehen. Es gibt eine Art, die Dinge in Verbundenheit zu tun und diese Art zeigt sich immer, bietet sich stets an. Es ist die Aufgabe von jedem von uns, Moment für Moment, unsere Augen für diese Art zu öffnen und danach zu handeln. Das ist schwer, verlangt uns viel ab, müssen wir doch viele Denk- und Verhaltensweisen in Frage stellen. Niemand hat gesagt, dass es leicht wäre. Es ist schwer, aber möglich. Vielleicht irre ich mich, liege falsch, bin geblendet und verwirrt von den eigenen Gedanken – wer weiß? Doch es ist meine tiefste Überzeugung, dass es so ist, wie könnte ich nicht danach leben, mein Bestes geben es zumindest zu versuchen? Doch trennt nicht genau das ab? Ist nicht genau das das Problem, dass jeder seine eigenen Überzeugungen für so wichtig hält und dafür die Beziehungen aufs Spiel setzt? Ja, es trennt von einigen Dingen und sicher auch Menschen, doch nur von einer Lebensart die offensichtlich falsch ist und in den Untergang führt. Die Einstellung „Die Menschheit wird eh untergehen, daran kann keiner was ändern, deshalb mach ich mich damit nicht kaputt und genieße mein Leben.“ finde ich grundfalsch. Da könnte ich mich auch direkt erschießen! Nur weil es womöglich eh zu Ende geht muss ich mich nicht drum kümmern? Das nenne ich Feigheit, Resignation. Selbst wenn es zu Ende geht, es nicht klappt, wir scheitern, selbst dann ist es doch wert, dafür einzustehen und es zumindest zu versuchen. „What's worth doing it, even if we fail?“ (Brene Brown) Gauthier Saillard / WWF Wenn wir uns trauen einen unbequemen Weg zu gehen, alles auf diese Karte zu setzen, so ist doch, selbst wenn wir scheitern oder irren, nichts verloren, scheitern wir doch beim Versuch an einer unbekannten, unerprobten Sachen, die eine bekanntermaßen nicht funktionierende Lebensweise ersetzen soll. Was kann ich tun, damit es möglich wird? Gauthier Saillard / WWF Das ist die entscheidende, leitende Frage. Niemand sagt, du müsstest alles tun, auch sagt niemand, dass nicht andere dafür 'mehr verantwortlich' sind, gewählt wurden um das zu tun oder mehr Möglichkeiten hätten. Tu du, was du kannst – nicht mehr, aber auch nicht weniger – dann ist alles gut. Und sei wirklich ehrlich mit dem was du kannst, erliege nicht der Bequemlichkeit.

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